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Der innere Beobachter

Ein weiteres Jahr ist vorbei gegangen. Ein bewegendes Jahr, voller neuer Erkenntnisse.

Ich habe angefangen viele Podcasts mit verschiedenen Ausrichtungen zu hören. Mal zur Unterhaltung, mal zur persönlichen Weiterentwicklung. An dieser Stelle möchte ich den Podcast von Laura Malina Seiler erwähnen, der den Namen „Happy, Holy and Confident“ trägt und der mit seiner erfrischenden Art die Stimme eines neuen spirituellen Zeitgeistes für mich verkörpert. Spiritualität in Podcast Form ist für mich eine revolutionäre Erfindung. Man schließt entweder die Augen, lässt sich berieseln oder schreibt seine Erkenntnisse beim Hören direkt auf, ist ganz wachsam im Hier und Jetzt. Die einzelnen Folgen sind so persönlich, schaffen Gemeinsamkeit und ein Einheitsgefühl. Gerade letzteres wird so bedeutend werden in unseren Gesellschaftsströmungen. Die Frage nach dem wahren Kern in uns. Die Botschaft ist so simpel und so komplex gleichzeitig, Liebe!

Es fängt in uns an und hört mit uns auf. Wir sind der Schlüssel und alle Antwort liegt in uns, wir müssen nur lernen wirklich hinzuschauen, ohne Ablenkung und ohne Angst.

Auch in der Praxis, in meiner osteopathischen Arbeit mit Patienten aller Art hält dieses Wissen Einzug. Ich erlebe diese Sehnsucht nach einer verbindenen Energie nicht nur bei mir selbst, sondern auch beim Patienten. Ein Osteopath arbeitet mit der ureigensten Kraft im Organismus, den regulierenden, ordnenden und heilenden Kräften im Körper. Der Körper strebt immer danach in ein Gleichgewicht zu kommen und das Wissen zur Regulation und zur Heilung steckt im Körper selbst. Der Osteopath dient zur Kommunikation zwischen den regulierenden Strömungen und der dysfunktionellen Struktur. Ein Osteopath dient! Für mich ist das eine Aufgabe voller Hingabe und sie erfordert viel eigene Reflektion und Aufmerksamkeit.

Besonders in der Arbeit mit Säuglingen ist dies sehr eindrucksvoll. Vor einem dreiviertel Jahr begann ich sehr intensiv mit Babys und Kleinkindern zu arbeiten. Die osteopathische Zusatzausbildung, die vorangegangen war, legte die Basis und schaffte das Grundwissen, am Ende war ich es jedoch, die an der Fähigkeit zweifelte, diese Aufgabe gut meistern zu können. Meine Angst bremste mich. Nach und nach schloss ich mit der Angst Frieden und traute mich Stück für Stück weiter in das neue Feld hinein und es lohnte sich.

Nach einem Tag mit Babybehandlungen fühle ich mich positiv aufgeladen. Ich fahre beschwingt Nachhause und mein System genießt diese stillen Momente, wo es in mir selbst still werden muss, um mich den Kindern mit voller Aufmerksamkeit und Hingabe zu widmen, zuzuhören auf vielen Ebenen.

Es ist wie eine Meditation und es erfüllt mich sehr. Daher ist mir auch das Modell der Mediation in letzter Zeit sehr wichtig geworden und es ist eine tägliche Übung. Eine bewusste Entscheidung, etwas für mich zu tun, etwas das mir gut tut, mich ausrichtet und erdet. Gerade in einer Zeit, wo es so einfach ist wie nie sich über die digitale Welt abzulenken, nie wirklich im Hier und Jetzt zu sein, sondern viel bei Anderen oder beschäftigt mit der Wirkung auf Andere. Welch heilende Kraft liegt jedoch im Hier und Jetzt. Du entscheidest jetzt, wie du dich fühlst oder dich fühlen willst, kannst die Zukunft nicht kontrollieren und die Vergangenheit nicht ändern. Eine aufmerksame Wahrnehmung oder ein innerer Beobachter hilft dabei sehr.

Jedes Mal wenn ich an der Behandlungsliege sitze, versuche ich mich darin aufmerksam zu sein, innerlich still zu werden, die Gedankenströme zu ordnen. Natürlich gelingt das nicht immer und das ist okay, es ist Übung. Ich stelle bewusst meine Füße auf den Boden, versuche meine körperliche Haltung im Innern wie im Außen zu überprüfen, mit Fragen, ob ich bequem sitze, ob ich in meinen Schultern verkrampft bin, ob ich noch ein wenig mehr loslassen kann. Gerade das Bewusstsein für die Atmung zu schärfen ist ein tolles Hilfsmittel im Alltag, das ich meinen Patienten zu vermitteln versuche. Sich immer wieder auf die eigene Atmung zu konzentrieren bei Druck im Außen, bei stressigen Situationen oder auch in Momenten, in denen man vollkommen entspannt ist, schafft eine Art Beobachter in sich, sich kurz vom Stress zu lösen oder Ruhe bewusst im Körper zu spüren.

In diesem Sinne, „inhale“ and „exhale“ atme ein und atme aus, ich bin gespannt was 2018 auf mich wartet.

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