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Lachen

Wie wichtig es ist, mit den Patienten eine herzliche Ebene zu finden erschließt sich schon nach kurzer Überlegung.

Doch wie fein dieses Gefüge des Humors ist und wie individuell er  von Patient zu Patient angepasst werden muss, ist nicht so schnell erfassbar.
 
Ich erlebte einen Tag, an dem acht Patienten hintereinander zum ersten Mal eine osteopathische Behandlung erfuhren und dies war für mich eine sehr spannende Erfahrung.
 
Es gibt Menschen, die sehr unbefangen an die Sache herangehen. Bei ihnen reicht ein herzliches Lächeln und ein paar höfliche Gesten, um eine vertraute Ebene zu schaffen. 

Dies sind aber auch oft Patienten, die schon einmal mit ihren Kindern beim Osteopathen waren und die somit zuvor gute Erfahrungen mit dem Ansatz gemacht haben. Viele haben von den guten Ergebnissen bei ihren Freunden und Verwandten gehört und kommen nun mit viel Hoffnung in die Praxis und damit zu mir.

Es ist nicht so leicht, gerade am Anfang mit diesen Erwartungen umzugehen.

Es geht viel um Präsenz, die der Osteopath zeigen sollte, um ein sicheres „Anpacken“… Bewusste Handgriffe, die vom Patienten als  sicher und lange eingeübt erlebt werden, das ist wichtig.

Schließlich sind meine Hände meine Werkzeuge.

Mir stehen keine bildgebenden Verfahren zur Verfügung, die Diagnose erfolgt allein aus meinem taktilen Erleben.

Dadurch dass meine Hände die verschiedenen Ebenen des Körpers durchwandern, kommt man dem Patienten sehr nahe.

Und daher ist der Humor für mich eine Essenz, die unabdingbar ist.

Schon bei der Anamnese, der ausführlichen ersten Befragung werden diverse Fragen gestellt, Informationen zu Operationen, Traumen, Medikamenten, Grunderkrankungen, aber auch zur Verdauung.

Darauf kann der Patient zunächst einmal verwirrt reagieren.

Er geht schließlich zum OSTEO- pathen… der beschäftigt sich doch nur mit Knochen, warum muss er wissen, wie es um meinen Darm steht?

Diese Unsicherheiten gilt es abzufangen.

Manche Patienten fordern diesbezüglich eine ernstere, kompetente, erklärende Antwort ein.

Sie wollen verstehen, wieso für uns Rückenschmerzen auch mit hohen Spannungen im Darmgefüge zusammenhängen können oder dass Nackenschmerzen nicht nur unbedingt von der Halswirbelsäule kommen müssen.

Der Körper ist ein komplexes Wesen, das es in einfachen Worten, ohne Latein zu vermitteln gilt.

Allein, dass man sich für diese ersten Fragen etwas Zeit nimmt, ist für die meisten Patienten Balsam für die Seele.

Heutzutage hat man keine Zeit mehr, daher soll für mich das Behandlungszimmer zu einem Stück weit auch ein Raum des

„zur-Ruhe-kommens“ sein, ein Ort des „Bewusst-werdens“…

Manche Patienten sind aufgeregt, wenn sie zum ersten Mal zum Osteopathen kommen. Sie sitzen angespannt im Wartezimmer und wenn ich sie mit in das Behandlungszimmer nehme, dann sage ich oft: 

„Dies ist ihr erstes Mal beim Osteopathen richtig? Jetzt machen sie es erst mal bequem und dann quatschen wir erst einmal.“ 🙂


Ich halte bei diesen Menschen, die angespannt in das Zimmer kommen nicht viel von Formalität, von aufgesetzter Wichtigtuerei, es geht um einen entspannten Austausch und darum, mein Gegenüber und sein mitgebrachtes Päkchen an Schmerz, Frust und Hoffnung mit Interesse zu erschließen.


Viele Patienten, die ich bisher erlebt habe, schmücken die ganze Stunde mit ihren komödiantischen Anekdoten, sodass ich manchmal aus dem Lachen gar nicht mehr heraus komme. 

Und wie schön ist es, wenn man mit einem Menschen, den man gerade erst kennengelernt hat, schon nach kurzer Zeit so eine herzliche Ebene findet.

Das Highlight für mich war, dass eine Patientin extra anrief, um mir mittzuteilen, dass sich ihre Rückenschmerzen schon nach einer Behandlung deutlich gebessert hatten.

Natürlich gibt es auch Patienten, die auf scheinbar wenige Impulse meinerseits sehr stark reagieren und die im Folgenden unter der sogenannten „Erstverschlimmerung“ leiden.

Ein Gefühl dafür zu entwickeln, welcher Organismus, wie auf Techniken reagiert ist ein Teil der Arbeit.

Jeder neue Tag in der Praxis ist immer wieder ein Ereignis, das niemals einem anderen gleicht.

Man hat mit Menschen zu tun, mit komplexen Wesen und es geht viel um psychologisches Feingefühl.

Abschließend ist der Humor und eine freundliches annehmende Atmosphäre für mich essentiell.

Denn ein Lächeln oder ein tiefes Lachen aus dem Bauch heraus, vertreibt Schmerz, Frust und Unsicherheit genauso wie eine mit Liebe aufgelegte warme Hand.

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